Anarchie: Recht soll Fortschritt weichen

Urheberrecht 27 Juni, 2007

Vom Software-Hacker bis zum Juristen, vom Wirtschaftsstudenten bis Künstlern: Der Ruf nach einer Lockerung des Urheberrechts im Online-Bereich wird im Gleichschritt mit den Anstrengungen der IFPI, selbiges durchzusetzen, immer lauter. Der Traum ist eine grenzenlose Freiheit im Internet, zumindest was das Urheberrecht und damit verknüpfte künstlerische Werke angeht.

Weil in den USA historisch bedingt einem Immobilienbesitzer nicht nur der Grund, auf dem er steht, gehört, sondern auch der “Himmel” darüber, soll es im letzten Jahrhunder zu einer merkwürdigen Anzeige gekommen sein. Ein Farmer hat die Armee angezeigt, weil sein Land überfliegende Kampfjets seine Hühner aufgescheucht haben sollen. Die sind flüchtend gegen die Wand geflogen und dabei ums Leben gekommen. Der Richter hat damals entschieden, dass der Farmer nicht Recht bekommt, weil das entsprechende Gesetz veraltet sei und aus einer Zeit stamme, als der Mensch noch nicht ans Fliegen dachte bzw. glaubte.

Die Jäger der urheberrechtlichen Freiheit benutzten jüngst dieses Beispiel und folgerten daraus: Das Recht soll dem Fortschritt weichen! Das Allgemeininteresse steht über dem Privatrecht. Alles klar? Allgemeininteresse = Bedürfnis nach downloadbarer Musik; Privatrecht = Interesse der Urheber an saftigen Einnahmen. Das Urheberrecht sei veraltet und decke die Interessen nur sehr einseitig zu Gunsten der Rechteinhaber.
Solange vorwiegend Hacker und Filesharing-Freaks nach urheberrechtlicher Freiheit riefen, gab ich ihnen keine Chance. Mittlerweile sind aber einige Professoren, Juristen, Künstler und andere titelschwere Persönlichkeiten in den Kampf gezogen.

Mehr Infos gibt’s bei SpiegelOnline 

Thomas Darnstädt hat dazu einen interessanten Artikel geschrieben, der auf SpiegelOnline veröffentlicht wurde.

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