Bedienen, nicht verklagen

Allgemein 30 Januar, 2008

Es zeichnet sich immer mehr ein Umdenken in der Musikindustrie ab. Nachdem die Spezialistin für User-Klagen IFPI da und dort auch schon von den Major Labels unter Beschuss kam, wird die Luft für die Verfechter von Klagen wegen Filesharing immer dünner. Der ehemalige EMI-Vizepräsident Ted Cohen versuchte an der Musikmesse Midem wach zu rütteln. Und Urheberrechts-Experte Lawrence Lessing blies ins gleiche Horn.

“Die Musikindustrie 1.0 ist vorbei, man kann sagen, sie ist tot. Jedes Unternehmen, das glaubt, es kann Business as usual machen, macht sich lächerlich.” (Ted Cohen)

Endlich. Die User – insbesondere diejenigen, die sich online tummeln, sprechen schon lange davon, dass die Musikindustrie den Web-Zug verpasst hat. Da nicht davon auszugehen ist, dass sich das Internet wieder verabschiedet, kann man glücklicherweise immer wieder aufspringen. Nur die bereits erzielten Verluste bleiben halt auf der Strecke.

“Es geht nicht darum, die Leute zu verklagen, sondern sie zu bedienen.” (Ted Cohen)

Hoffentlich sind das keine PR-Worte. Hoffentlich wird man sich in Zukunft wirklich darauf konzentrieren, wie man die treuen Kunden wunschgerecht bedienen kann, statt darauf, wie man ein paar Schmarotzer möglichst abschreckend hart bestrafen könnte.

“Die Industrie muss erkennen, dass es keine Möglichkeiten gibt, die Technik einer massenhaften Verbreitung von Musik über das Internet abzustellen. Man kann sie allenfalls kriminalisieren. Aber einen solchen Krieg ist für die Industrie nicht zu gewinnen.” (Lawrence Lessing)

Die Macht dem Volk. Oder so. Offenbar haben die hartnäckigen Filesharer bewiesen, dass für jeden Bestraften ein Dutzend neue hinzukommen. Irgendwie beruhigend, dass am Ende dann doch die Meinung des Volkes, der Allgemeinheit zu ihrem Recht kommt. Schade, dass es so lange dauern musste. Und immer noch dauert. Denn das hier Zitierte sind ja erst sowas wie Empfehlungen an die Industrie.
[Quelle: Pressetext.ch]

Ein Kommentar zum Thema “Bedienen, nicht verklagen”

  1. Peter Frank sagt:

    Hallo besch…eidene User,

    wenn ich lese, die GEMA hat durch Rückgang der Abzocke 30 Millionen Euro weniger abgesaugt, frage ich mich wieviel wird wirklich herausgepresst und wie sieht der Verteilungsplan der GEMA-Gebühren aus?

    Ich vermute es wird auch hier das meiste in die VERWALTUNG FLIESSEN.

    Eine Überwachung findet nicht statt, weil die Schmarotzer überall sitzen.
    Die mühsam entstehende Technik für die Aufnahme und Wiedergabe per Excellence wurde durch die Kopierschutzmechanismen zunichte gemacht. (Digitale Musikkasetten, Mini Disk von Sony u.v.a. mehr.)

    Nur weil gesetzlich geschützte “Zecken” absaugen, werden Entwicklungen im Kern unterbunden und Arbeitsplätze vernichtet.

    Das ganze treibt immer weitere Blüten. Weil Video- und Audio- Aufnahmen möglich sind müssen die Tonträger mit Gebühren belegt werden.

    Weil Scanner und Drucker Kopien von Büchern ermöglichen müssen diese ohne Einsatz-Prüfung ebenfalls mit hohen Gebühren belegt werden.

    Weil Männer ohne Charakterprüfung Frauen/Mädchen/Kinder vergewaltigen und missbrauchen können, gehören diese unbesehen in Haft genommen.

    Weil Messer immer wieder als Mordwerkzeuge verwendet werden, müssen diese mit Strafgebühren belegt werden. (Davon kann die Kriminalpolizei finanziert werden und der Staat gewinnt auch dabei).

    Bitte nicht lachen, vor 20 Jahren hätten die Vorstellung der heute gültigen Gesetze grosse Veranstaltungen erheitert und Tantiemen eingebracht.

    Wir sind das Volk und lassen die Schnorrer-Parteien die sich demokratisch legitimiert fühlen mit uns nach gut dünken umspringen.

    Wer sich in Deutschland die Parteien-Finanzierung genauer anschaut erkennt sehr schnell, wer die Abzocker mit “Rainer” Weste sind.

    (”Rein” gleich “Sauber” kann man in diesem Zusammenhang nicht verwenden).

    Ich glaub` ich muss gleich kotz.. mich übergeben.

    Schade, was als technische Entwicklung so siegreich antrat, wird durch kriminelle Machenschaften der “Unterhaltungs”-Mafia ausgebremst, mit selbstherrlicher Unterstützung der 3. Macht im Staate.

    Die Zitate von Paddy sind zutreffend.

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