Der Widerstand gegen die GEMA wächst
Tags:Abzocke, Frust, GEMA, Konzert, Petition, ungerecht Allgemein 24 Juni, 2009Die Methoden, nach denen die GEMA Gebühren erhebt und ihren Mitgliedern verteilt, sind intransparent. Immer mehr Kritiker sehen dadurch unter anderem die kulturelle Vielfalt gefährded oder vermuten schlicht Abzocke. Denn nicht selten müssen Konzertorganisatoren, die Nachwuchstalente auftreten lassen, mehr GEMA-Gebühren zahlen als sie überhaupt an Einnahmen generieren. Dämlich. Aber Praxis.
Der Verteilschlüssel der Verwertungsgesellschaft wiederum sorgt dann zum Ärger Vieler dafür, dass eben gerade die erfolgreichen Künstler höhere Gebührenanteile erhalten. Anders gesagt: Die Kleinen zahlen, die Grossen kassieren. Selbst wenn der vollkommen unbekannte Hansjakob Musterberger eines seiner Lieder vorträgt und GEMA-Gebühr dafür entrichtet, fliesst ein Teil der Gebühr in den grossen Topf. Grosser Topf? Ja, daraus werden die wirklich grossen Künstler mitsubventioniert. Die, die im Radio rauf und runter gespielt werden. Etwa 10 % der GEMA-Mitglieder erhalten rund 70 % aller Gebührengelder.
Und es wird noch besser. Dank der Erhöhung von GEMA-Gebühren müssen Konzerteranstalter in einzelnen Fällen zukünftig bis zu sechsmal mehr Gebühren entrichten. Doch jetzt tut sich etwas. Die Konzertveranstalterin Monika Bestle richtet sich mit einer öffentlichen Petition an den deutschen Bundestag. Und bereits hat die Petition 50′000 Unterschriften. Das bedeutet, die Politiker werden sich mit dem Thema beschäftigen müssen.
Dabei werden auch Fälle wie der von Barbara Clear auftauchen. Von 2004 bis 2007 hat die Künstlerin ca. 80′000 Euro an die GEMA bezahlt. Für Auftritte, bei denen sie zum grossen Teil Eigenkompositionen gespielt hat. Nach offizieller Berechnung wären ihr knapp über 33′000 Euro zugestanden. Tatsächlich erhalten hat sie läppische 10′000 Euro. Frau Clear hat nun die GEMA verklagt. Der Ausgang ist unbestimmt. Denn der Gesetzgeber stützt die Praktiken der GEMA.
29 Juni 2009 um 12:30 Uhr
Leider ist das Urteil in einer Weise gefallen, die das Anliegen der Petition nicht nur bestätigt, sondern nur noch dringlicher macht:
http://www.troubadoura.de/index.php/barbara-clear/
01 Juli 2009 um 22:08 Uhr
@Karan
Das ist tatsächlich starker Tobak. Aber wirklich neu leider nicht, oder? Schade, dass der Beamte als Berufsart immer noch überleben kann.